SH-Innenministerin Magdalena Finke zu Besuch beim Amt Föhr-Amrum
Gern war Magdalena Finke, die Schleswig-Holsteinische Ministerin für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport, der Einladung von Amtsdirektor Christian Stemmer gefolgt und besuchte am 10. August 2026 das Amt Föhr-Amrum. Neben einem bunten Strauß an Themen im Bezug auf ihre Ressortzuständigkeit brachte sie vor allem auch jede Menge Sonnenschein auf die Insel Föhr.
Zum einen löste kurz nach ihrer Ankunft eine strahlende Sonne den vorherigen Dauerregen ab, zum anderen war es ihre sympathische Art, mit der die junge Ministerin es verstand, die ihr vorgetragenen insularen Problemstellungen einfühlsam aufzunehmen. Von der ersten Minute an machte sich die Volljuristin eifrig Notizen und versprach Hilfestellungen, wo sie dies für möglich hielt, erklärte gleichzeitig aber auch nachvollziehbar Sachstände, bei denen aus ihrer Sicht eine kurzzeitige Änderung z.B. aus rechtlichen Gründen eher unwahrscheinlich sei.
Im Sitzungssaal des Amtsgebäudes wies Amtsdirektor Christian Stemmer die SH-Ministerin in Anwesenheit von Mitgliedern des Amtsausschusses zunächst auf den angespannten Wohnungsmarkt auf Föhr und Amrum hin und stellte das kommunale Neubauprojekt von 46 Dauerwohnungen „Am Kortdeelsweg“ in Wyk vor. Hemmnisse beim Wohnungsbau und bei der Entwicklung von Wohngebieten seien beispielsweise der Inselzuschlag oder auch die Anforderung von archäologischen Gutachten. Des Weiteren seien gute Sportstätten und gute Schulen wesentliche Faktoren zum Bleiben oder auch Ankommen auf den Inseln. Eine große Herausforderung sei die Erzeugung klimafreundlicher Energien, wobei eine touristische Entwicklung und ein insularer Beitrag zur Energie- und Wärmewende keine Gegensätze seien, sondern aus Sicht der Gemeinden im Einklang gestaltet werden könnten.
Ein wesentliches Thema des Tages war der Katastrophenschutz. Hier hat der Amtsausschuss im September 2025 eine grundsätzliche Neuausrichtung beschlossen. Seither ist ein KatS-Stab gebildet worden und im Gefahrenabwehr-Bedarfsplan wird ein Maßnahmenkatalog in die Umsetzung gebracht. Kürzlich hat das Amt zudem einen Teil einer Lagerhalle in Alkersum zur Unterbringung von Hilfsbedürftigen angemietet. Im Jahr 2027 sind Lehrgänge für die KatS-Stab-Mitglieder geplant, werden Evakuierungspläne erstellt und Stabsübungen durchgeführt. Eine vollständige Einsatzbereitschaft soll bis Ende 2028 gewährleistet sein.
Ministerin Finke lässt sich die bürgerfreundlichen „Digitalen Knotenpunkte“ vom Digitalisierungsexperten Peter Zell vorstellen, während Wyks Bürgermeister Uli Hess und Amtsdirektor Stemmer gespannt zusehen (Foto: AmtFA Andreas Hansen)
Mit Stolz präsentierte Amtsdirektor Stemmer schließlich die Digitalkooperation des Amtes mit dem Land Schleswig-Holstein, die dafür geführt hat, dass bereits mehr als 30 digitale Dienste wie auch demnächst das Pilot-Projekt „Digitale Tourismusabgabe“ online sind. Im Jahr 2027 soll die Zahl auf 50 anwachsen. Einen persönlichen Eindruck von den digitalen Möglichkeiten konnte Ministerin Finke bei der Vorstellung der „Digitalen Knotenpunkte“ erhalten. Hierbei wird den Bürgerinnen und Bürgern ein niederschwelliger Zugang zu digitalen Verwaltungsleistungen und Technologien geboten.
Gut vorbereitet konnte somit dann die Innenministerin den zweiten Teil ihres Besuchs angehen, bei dem mehrere Ortstermine eingeplant waren. Zunächst ging es ins Neubaugebiet „Am Kortdeelsweg“, wo nach einer Grundsteinlegung vor rund vier Wochen bereits ein deutlicher Baufortschritt zu verzeichnen war.
Der im Bau befindliche attraktive, bezahlbare Wohnraum beeindruckt auch Ministerin Finke (Foto: AmtFA Andreas Hansen)
Danach inspizierte die Ministerin die drei Föhrer Windkraftanlagen in der Marsch. Oevenums Bürgermeister Hauke Brodersen hätte dort gern die Anzahl um ein oder zwei weitere Windräder erhöht. Doch leider biete das EU-Recht derzeit wenig Chancen auf Erfolg, meinte die Juristin.
Oevenums Bürgermeister Hauke Brodersen zeigt Ministerin Finke und ihrer persönlichen Referentin Luca Hansen die vielen Windräder auf dem Festland (Foto: AmtFA Andreas Hansen)
Der nächste Stopp war das neue Kraftwerk der Energiegenossenschaft Föhr eG in Oldsum. Hier freute sich Oldsum Bürgermeister Hark Riewerts der Ministerin zusammen mit Vorstandsmitglied Brar Hinrichsen, der auch die Wyker Kläranlage leitet, die hocheffiziente Solarthermie-Großanlage vorzustellen.
Stolz zeigen Oldsums Bürgermeister Hark Riewerts (mit weißer Mütze) und Vorstand Brar Hinrichsen (mit grauer Jacke) der Ministerin das neue insulare Kraftwerk (Foto: AmtFA Andreas Hansen)
Nach einer kurzen Stärkung mit einem Stück Torte und einem Kaffee in Stelly‘s Hüüs ging es von Oldsum direkt nach Alkersum, wo bereits Ordnungsamtsleiter Dominik Schultz wartete, um die dortige kürzlich angemietete Halle für den Katastrophenschutz zu zeigen. Auf einer Höhe von 9 Metern über Normalnull strategisch gut gelegen, wurden dort kürzlich 450 neue Feldbetten eingelagert. Noch in diesem Jahr werden Großpumpen folgen; im Jahr 2027 dann Aggregate, Satellitentelefone etc. Zudem klärt das Ordnungsamt gerade mit einer Großküche Möglichkeiten der Verpflegung im Kat-Fall ab (egal ob Hochwasser, Hochwasser UND Stromausfall oder „nur“ lang andauernder Stromausfall). Die Ministerin für Inneres nutze die Gelegenheit, um auf die derzeitige „KommKlar SH“-Kampagne“ hinzuweisen, nach der das Land Schleswig-Holstein seine Bürger gerade auf die Notwendigkeit hinweist, sich im Ernstfall für 72 Stunden selbst versorgen zu können.
Dominik Schultz, der Leiter des Ordnungsamtes, erklärt Ministerin Finke seine Pläne für den „Fall der Fälle“ (Foto: AmtFA Andreas Hansen)
Nach einer kurzen Pressekonferenz im Amtsgebäude ging es wieder zurück nach Oldsum. Dort hatten sich alle zehn Wehrführer der Föhrer Freiwilligen Feuerwehren versammelt, um gemeinsam mit der Ministerin den Abend mit Grillwurst, Kotelett und Manhattan zu begehen. Magdalena Finke, die als Innenministerin die oberste Aufsichts- und Fachbehörde für das Feuerwehrwesen im Land darstellt, dankte den anwesenden Ehrenamtlern für ihr „Weltklasse“-Engagement. Sie habe sich vorgenommen, 50 Feuerwehren zu besuchen. Es sei nicht selbstverständlich was die Feuerwehrleute und auch deren Familien leisten. Dies wisse sie sehr zu schätzen. „Ich bin Euer größter Fan!“.
Menschen, die sich verstehen: Herzliche Stimmung beim Feuerwehrempfang in Oldsum (Foto: AmtFA Andreas Hansen)
So ging ein rundum stimmiger Tag auf sehr angenehme Weise zu Ende. Und die Sonne schien draußen wie drinnen weiterhin um die Wette.
Bild zur Meldung: Eintrag ins Goldene Buch des Amtes: Innenministerin Magdalena Finke hinterließ für Amtsdirektor Christian Stemmer freundliche Worte und einen bleibenden positiven Eindruck (Foto: AmtFA Andreas Hansen)