Ferring Stiftung freut sich über Unterstützung des Landes: Nun spricht auch der Computer bald Friesisch
Die Ferring Stiftung erhält Förderung für die Entwicklung offener Sprachausgabe-Systeme für kleine Sprachen
Die Ferring Stiftung auf Föhr hat eine Unterstützung im Rahmen des Landesprogramms Offene Innovation der Staatskanzlei Schleswig-Holstein erhalten, um zusammen mit der B310 Digital GmbH aus Kiel ein neues Projekt umzusetzen: eine Sprachausgabe auf Fering, dem Föhrer Friesisch. „Dabei ist das eigentlich nur ein kleiner Bestandteil unseres Projekts,“ erläutert Projektkoordinator Hauke Heyen: „Tatsächlich ist die Text-to-Speech-Ausgabe auf Fering sozusagen nur unser Anwendungsfall, mit dem wir die größere dahinterstehende Idee testen.“ Denn das erklärte Ziel des Projekts ist die Bereitstellung eines komplett einsatzbereiten und dokumentierten Workflows für kleine Sprachen, um ein TTS-System (Text-to-Speech, also „Text zu Sprache“) zu entwickeln.
„Schon als wir im Frühjahr 2025 unser Online-Übersetzungstool Fering Auersaater vorgestellt haben, sind andere Sprach-Communities auf uns zugekommen und haben gefragt: wie habt ihr das gemacht, wir wollen auch so etwas umsetzen. Und das ist etwas, das wir bei Minderheiten- und Regionalsprachen oft sehen, dass es eine Bereitschaft zu technischer Weiterentwicklung gibt, aber für die Umsetzung Ressourcen oder Know-How fehlen,“ führt Heyen aus. Mit dem neuen Projekt solle genau hier angesetzt werden, um aus Erfahrungen, die die Ferring Stiftung bei der Entwicklung einer eigenen Lösung sammelt, Erkenntnisse für weitere Sprachgemeinschaften sammeln und bereitstellen zu können. Am Ende werden sämtliche Ressourcen und Entwicklungsschritte als Open-Source-Paket zur Verfügung gestellt.
Dazu Robert Kleih, der Leiter der Ferring Stiftung: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit diesem Projekt nicht nur etwas für unsere friesische Sprachgemeinschaft tun können, sondern auch Grundlagen für die Arbeit anderer Sprachgemeinschaften schaDen können. Und wir freuen uns auch sehr, dass die Staatskanzlei Schleswig-Holstein diesen Nutzen ebenfalls sieht und sich durch die Unterstützung im Landesprogramm ODene Innovation auch für die digitalen Belange und Bedürfnisse der Sprachgemeinschaften einsetzt.“
Die Vorbereitungen für die Arbeit starten in den nächsten Wochen und die Stiftung rechnet mit einer Fertigstellung Anfang 2028.
Unterzeichnung des Finanzierungsvertrags im Gästehaus des Schleswig-Holsteinischen Landtags am 6.10.2026. Von links nach rechts: Robert Kleih (Ferring Stiftung), Alexander Rosenthal (Projektleiter DigitalHub.SH), Dirk Schrödter (Chef der Staatskanzlei, Digitalisierungsminister), Hauke Heyen (Ferring Stiftung), Gerardo Navarro (B310 Digital GmbH) (Copyright: WTSH GmbH)
Ansprechpersonen:
Robert Kleih, Leiter der Ferring Stiftung:
Hauke Heyen, Projektkoordination:
Bild zur Meldung: Logo: Ferring Stiftung