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Sandaufspülung Nieblum-Goting: Wichtige Küstenschutzmaßnahme mit erstem Spülstoß gestartet

Amt Föhr-Amrum, den 15.​05.​2026

Mit dem Funkspruch „Ready for start“ wurde am 13.05.2026 der erste Spülstoß der diesjährigen Sandaufspülung in Nieblum-Goting durch Dipl.-Ing. Dirk van Riesen (Abteilungsleiter „Wasserwirtschaft, Boden- und Küstenschutz; Bundesbeauftragter für den Wasserbau“ im Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur Schleswig-Holstein) feierlich freigegeben. 

 

Vor den Augen von Nieblums Bürgermeister Boy Rethwisch und Amtsdirektor Christian Stemmer sowie vielen weiteren geladenen Gästen konnte damit die dritte von insgesamt vier geplanten Baumaßnahmen zum Küstenschutz in Angriff genommen werden. Bereits im Jahr 2022 wurden die ersten beiden Bausteine mit der Herstellung von zwei Kilometern Wellenüberschlagsicherung in Toftum-Ackerum und der vorgezogenen Sandaufspülung in Utersum vorgenommen. In diesem Jahr hat nun mit der Sandaufspülung in Goting der dritte Schritt begonnen, während dann ab dem Jahr 2028 die Deichverstärkung Utersum-Dunsum stattfinden soll. Der Antrag für ein Planfeststellungsverfahren ist dort bereits eingereicht.

 

 Großes mediales Interesse an der Föhrer Südküste (Foto: AmtFA Andreas Hansen) Großes mediales Interesse an der Föhrer Südküste (Foto: AmtFA Andreas Hansen)

 

Seit 60 Jahren nimmt das Land Schleswig-Holstein Sandersatzmaßnahmen auf Föhr vor. Nebenbei bemerkt: Sämtliche Dünen an der Südseite Föhrs sind durch solche Sandaufspülungen entstanden. Der Wind bzw. eine Sturmflut hat sie vom Strand abgetragen und entsprechend aufgehäuft. Damit das Material möglichst an Ort und Stelle liegen bleibt, wird heutzutage vorzugsweise ein lagestabiler Sand mit einer geeigneten Körnung gewählt. Sandaufspülungen haben sich längst als sehr effektive, naturverträgliche Küstenschutzmaßnahmen etabliert. 

 

Weil in Goting kein Puffer mehr vorhanden ist, erfolgt dort in diesem Jahr eine etwas größere Aufspülmenge (mehr Kubikmeter pro Meter). In diesem Bereich war eine höhere Rückgangsrate zu verzeichnen (d.h. immer mehr Kubikmeter pro Meter sind hier verloren gegangen). Der eigentlich erst in fünf Jahren fällige Bereich in Nieblum-Strand wird bei dieser Maßnahme gleich miterledigt. Dort werden zunächst 240.000 Kubikmeter auf insgesamt 1,8 Kilometern aufgespült. Dieser Bereich wird bis Mitte Juli 2026 fertig sein. Dann geht es in Richtung Westen zum Goting Kliff. Dort werden 205.000 Kubikmeter Sand auf einer Länge von 2 Kilometern Strand aufgespült. 

 

Der Sand zur Bekämpfung der Sturmflutschäden hierfür kommt aus dem Sandentnahmegebiet Westerland III, einem ca. 55 Quadratkilometer großen Areal ca. 10 km vor der Westküste Sylts, das bis 2030 zur Gewinnung von Seesand für den Küstenschutz dient. (Die Genehmigung für diese Art „Kieskuhle unter Wasser“ soll demnächst um 30 Jahre verlängert werden.) Ein Hopperbagger saugt den hochwertigen, etwas scharfkantigen Sand aus 30 Metern Tiefe in den Laderaum ein, transportiert ihn um Amrum herum in die Norderaue und schließt dann ca. 2 km vor Föhr an eine Druckerhöhungsstation an. Diese pumpt den Sand, in Wasser versetzt, in einer durchgängig verschweißten Rohrleitung über die zwei Kilometer an den Strand. 

 

Jedes dieser tief im Wasser liegenden Schiffe führt 2.000 bis 2.500 Kubikmeter Sand. Wenn genügend Sand am Strand vorhanden ist, wird dieser planiert. Das neue herzustellende Profil wird eine Höhe von drei Metern über Normalnull und ausgehend vom Dünenfuß eine Breite von ungefähr 42 Metern haben. Ab den 42 Metern seeseitig wird das Sandprofil dann zu 1:30 bzw. 1:45 ins Watt einsinken. 

 

 Am Gotinger Strand liegen die 60er Rohre für den Einsatz bereit (Foto: AmtFA Andreas Hansen) 

Am Gotinger Strand liegen die 60er Rohre für den Einsatz bereit (Foto: AmtFA Andreas Hansen)

 

Im gesamten Aufspülbereich hat der LKN.SH bereits im vergangenen Jahr vorausschauend zwei Strandinseln zum Schutz von Strandbrütern wie dem Sandregenpfeifer eingerichtet. Der gewünschte Gewöhnungseffekt der Tiere ist in diesem Jahr tatsächlich eingetreten: An den eingerichteten Stellen gibt es bereits Gelege, die der LKN.SH abgesteckt hat und genau beobachtet.

 

 Der schützenswerte Sandregenpfeifer (Foto: Peter Hering)    Der schützenswerte Sandregenpfeifer (Foto: Peter Hering) 

Der schützenswerte Sandregenpfeifer (Fotos: Peter Hering)

 

Im Bereich Goting wird zusätzlich noch eine Düne aufgesetzt (ca. 3,5 m hoch und 8 m breit). Als Kompensationsmaßnahme wurden bereits zwei jeweils 150 Meter lange Buhnen mit 3.500 Tonnen Steinmaterial zurückgebaut. Die Küstenschutzmaßnahme, die sich auf knapp 3 km Länge erstreckt, wird bis Ende September 2026 - somit rechtzeitig vor Beginn der Sturmflutsaison - abgeschlossen sein.

 

Bild zur Meldung: Erster Spülstoß erfolgreich: Der Planierbagger ist bereits im Einsatz (Foto: AmtFA Andreas Hansen)