Insel- und Halligkonferenz informiert über Verbreitung des Goldafters an der Nordseeküste
Da kriegst die Motten! In mehreren Regionen Deutschlands sorgt gerade der Goldafter (Euproctis chrysorrhoea) für Angst und Schrecken. Im Raum Magdeburg, aber auch auf den Inseln Sylt und Helgoland, breiten sich die Raupen des heimischen Nachtfalters - auch begünstigt durch den Klimawandel - momentan stark aus. Der Forst- und Pflanzenschädling, frisst dabei nicht nur ganze Büsche und Bäume kahl; seine mikroskopisch kleinen, giftigen Pfeilhaare stellen für Mensch und Tier eine erhebliche Gefahr dar.
Die Insel- und Halligkonferenz warnt in einer Pressemitteilung: „Charakteristisch für die Raupen sind ihre feinen, mikroskopisch kleinen Brennhaare. Sie lösen sich leicht vom Körper, werden durch den Wind verteilt und entfalten noch Jahre nach dem Tod der Raupe ihre toxische Wirkung. Der Kontakt mit den Brennhaaren kann auch ohne direktes Berühren der Raupen zu ernsthaften gesundheitlichen Beschwerden führen. Dazu gehören u.a. Hautausschläge, Nesselsucht, Atemwegsbeschwerden, Augenbeschwerden oder allergische Reaktionen. Diese Erfahrungen wurden im vergangenen Jahr auf Sylt gemacht. Die Raupen überwintern zu Hunderten in Gespinsten und können auch bei extremer Kälte wie in diesem Jahr überleben. Der Goldafter ist bereits auf Helgoland seit längerem heimisch und es gibt seit einigen Jahren erste Sichtungen auf Föhr. Allerdings breitet sich der Schmetterling auf Sylt in einem alarmierenden Tempo aus. Allein im Jahr 2025 ist die befallene Fläche im Norden der Insel von 6 auf über 160 Hektar angewachsen. Hier befällt er bevorzugt die Kartoffelrose, tritt aber auch auf Weißdorn, Brombeere und anderen Gehölzen auf.“
Die Insel- und Halligkonferenz fordert „eine wissenschaftliche Grundlagenforschung, der Aufbau einer systematischen Erfassung der gesundheitlichen Schäden, sowie die Förderung der Erforschung von umweltschonenden Bekämpfungsmethoden, die auch in sensiblen Naturräumen angewandt werden können. Mögliche umweltschonende Maßnahmen sind die mechanische Entfernung von Wintergespinsten, das Absaugen der Raupen sowie den Einsatz von einem speziellen Bakterium, das zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt wird. Auf Sylt wurde die Erfahrung gemacht, dass neben dem Absammeln in Schutzkleidung auch die Entsorgung der Raupen eine Herausforderung ist. Diese müssen fachgerecht in extra dicken Müllsäcken über den Restmüll in die Verbrennung gebracht werden.“
Wer auf Föhr oder Amrum den Befall dieser gefährlichen Raupen melden möchte, kann sich an Forstfacharbeiter Ole Sieck vom Forstbetriebsverband Föhr wenden (Tel. 0177-7666799).
Doch Vorsicht: Nicht jede Motte ist ein Goldafter! Auf der Nordseeinsel Föhr weit verbreitet ist die Gespinstmotte (vor allem die Pfaffenhütchen- und Schlehen-Gespinstmotte). Auch sie befällt die Blätter verschiedener Sträucher und Bäume, die sie nahezu kahl frisst. Sie überzieht das befallene Gehölz mit einem auffallend weißen Gespinst, dass die Raupen vor Fressfeinden und Wettereinflüssen schützt. Doch im Gegensatz zum Goldafter sind sowohl Raupe als auch Falter der Gespinstmotte völlig ungefährlich.
Sie sind sich unsicher, mit welcher Motte Sie es zu tun haben? Am besten das Foto in einer der vielen kostenlosen Apps, die im Internet verfügbar sind, erklären lassen.
Bild zur Meldung: Foto: Veronika Vogel (Gemeinde Sylt, Landschaftszweckverband)











