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Stellungnahme des Amtes Föhr-Amrum zur geplanten Umwandlung der Inselklinik Föhr-Amrum vom Grundversorger in eine sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung

Amt Föhr-Amrum, den 03.​10.​2026

Am 1. Januar 2025 ist das „Gesetz zur Verbesserung der Versorgungsqualität im Krankenhaus und zur Reform der Vergütungsstrukturen“ in Kraft getreten. Am 15. April 2026 ist zudem das „Gesetz zur Anpassung der Krankenhausreform“ in Kraft getreten, welches den Kliniken und Bundesländern mehr Zeit und flexiblere Übergangsfristen einräumt. 

 

Am 1. Oktober 2026 fand in Husum eine Regionalkonferenz statt, auf der die SH-Gesundheitsministerin Prof. Dr. Kerstin von der Decken das vom Bund beschlossene und von den Ländern umzusetzende Vorhaben im Bereich der Versorgungsregion West vorstellte, zu der auch die Inselklinik Föhr-Amrum gehört. Demnach soll die Inselklinik zum 01.01.2028 vom Grundversorger in eine sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung (süV) umgewandelt werden. Dies würde u.a. bedeuten, dass die Inselklinik nicht mehr an der Notfallversorgung im Rahmen des gestuften Systems von Notfallstrukturen in Krankenhäusern gemäß § 136c Absatz 4 SGB V teilnehmen würde. Das wiederum bedeutet, dass die Inselklinik über keine stationäre chirurgische Versorgung mehr verfügen würde (nur noch über eine Internistische Bettenstation) und keine ärztliche Präsenz mehr an Wochenenden und zu Unzeiten vorhalten könnte (nur noch einen fachärztlichen Notdienst für die belegten Stationsbetten durch einen Internisten). Außerhalb der Präsenzzeiten würde keine ambulante Notfallversorgung erbracht werden, keine stationären Aufnahmen geschehen und keine Röntgenleistungen geleistet werden.

 

Das Amt Föhr-Amrum hat sich kürzlich mit Vertretern der niedergelassenen Hausärzte und Klinikärzte ausgetauscht. Gemeinsam sieht man die geplanten Änderungen sowohl medizinisch als auch versorgungsstrukturell als hochproblematisch an. Amtsdirektor Christian Stemmer hatte am 1. Oktober auf der Regionalkonferenz bereits Gelegenheit, auf den hohen lokalen Versorgungsbedarf hinzuweisen und seine Sorgen und Befürchtungen zu äußern. Gemeinsam mit Amtsvorsteherin Heidi Braun und Dr. Immo Borth, als Vertreter der niedergelassenen Hausärzte wird der Amtsdirektor am Dienstag, den 6. Oktober 2026 zu einem Termin mit Ministerin Prof. Dr. von der Decken nach Kiel reisen. Das Gespräch soll genutzt werden, um zum einen die Inselproblematik zu verdeutlichen und zum anderen einen Ansatz zu liefern, um möglichst vielschichtige Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Bei der Gelegenheit wird der Amtsdirektor einen gemeinsam mit der Ärzteschaft abgefassten Offenen Brief übergeben. Diesen Brief wird das Amt anschließend veröffentlichen.

 

Bild zur Meldung: (Abb.: AmtFA)